Branche warnt: 5 vor 12 für Umstieg auf Digitalfernsehen

In vielen Privathaushalten, Wohnanlagen, Hotels und Krankenhäusern drohen am 1. Mai 2012 schwarze Bildschirme, wenn nicht rechtzeitig auf Digitalfernsehen umgestellt wird. Davor warnten die Branchenverbände gfu und Deutsche TV-Plattform auf einer Veranstaltung zum Stand der Analog-TV-Abschaltung in Deutschland Ende November 2011. Zwar wissen viele Betroffene inzwischen über die bevorstehende Umstellung Bescheid, handeln aber noch nicht in ausreichendem Maße. Das trifft insbesondere auf viele Betreiber analoger Gemeinschaftsanlagen zu, wie eine aktuelle Studie der Deutschen TV-Plattform zeigt.

“Der Bekanntheitsgrad der Analogabschaltung ist seit der ersten Aktionswoche der TV-Sender im April 2011 mit 80 bis 90 Prozent sehr hoch, die betroffenen Zuschauer sind sehr gut informiert. Dennoch bleibt es absolut erforderlich, unser Publikum weiter zu erinnern und Service und Hilfestellung anzubieten”, sagte Brigitte Busch, Leiterin Kommunikation und Marketing ARD Digital. “Denn der ‘harte Kern’ der Betroffenen ist aufgrund der soziodemografischen Merkmale und einer geringen Technikaffinität nur schwer zum Umstieg zu bewegen. Wir benötigen nach wie vor gemeinsame intensive Anstrengungen aller Medien, um möglichst viele Zuschauer rechtzeitig mit in die digitale Welt zu nehmen.”

Dass sich der schnelle Umstieg auch sofort durch ein besseres Fernseherlebnis bezahlt macht, verdeutlichte Rainer Hecker, Aufsichtsratsvorsitzender der gfu: “Schon zum Jahresende 2011 verabschieden sich die TV-Sender DMAX, Comedy Central, Nickelodeon und VIVA vom analogen Satelliten. Digitalfernsehen steht neben einer großen Programmauswahl auch für eine bessere Bild- und Tonqualität sowie hochauflösendes Fernsehen (HDTV)”. Bereits jetzt werden fast 40 HD-Sender über Satellit ausgestrahlt. Mit dem Ausstieg aus der analogen Verbreitung schalten die öffentlich-rechtlichen Sender am 1. Mai 2012 zehn neue HDTV-Kanäle auf.

Wolfgang Elsäßer, Geschäftsführer des Satellitenbetreibers Astra Deutschland, stellte eine aktuelle Studie zu Kenntnisstand und Handlungsbereitschaft der Anlagenbetreiber in Hotels, Krankenhäusern und Wohnanlagen vor – mit teils dramatischen Ergebnissen. Ein Viertel der Anlagen arbeiten demnach noch mit analoger Technik. Die Hälfte der Befragten kannte das Abschaltdatum nicht. Ein Drittel der Betreiber analoger Anlagen wusste nicht, dass sie von der Umstellung betroffen sind. Rund 40 Prozent der Betroffenen wussten nicht, welche Maßnahmen sie ergreifen sollten. “Hier besteht dringender Handlungsbedarf. Besonders frappierend sind die Defizite in der Hotelbranche”, sagte Elsäßer.

Der Wunsch der Konsumenten nach HDTV-Qualität ist offenkundig. Gemäß einer Prognose von gfu und GfK Retail & Technology werden 2011 doppelt so viele HD-Satellitenreceiver verkauft wie Empfänger für digitales Standard-Satellitenfernsehen. Nach Angaben der gfu werden zum Jahresende 2011 rund 20 Millionen Fernsehgeräte mit HD-Tuner und rund elf Millionen HD-Set-Top-Boxen in den deutschen Haushalten stehen.

Dass die Umrüstung in den meisten Fällen leicht ist, verdeutlichte Herbert Strobel, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands Satellit & Kabel und Geschäftsführer von Astro Strobel Kommunikationssysteme: “Vielfach reicht der Tausch der analogen Satelliten-Empfangsbox gegen eine digitale. Sinnvoll für den Kunden ist in diesem Zusammenhang aber die Überlegung, den Umstieg gleich für die Umstellung auf das zukunftstaugliche HDTV zu nutzen.”

Anders sieht es bei den Betreibern von Gemeinschaftsanlagen aus. Die Umrüstung der Kopfstellen ist wesentlich aufwändiger. “Wir empfehlen allen Anlagenbetreibern, unmittelbar zu handeln, denn die winterlichen Witterungsbedingungen erschweren in den nächsten Monaten die Arbeiten auf dem Dach. Wer zu lange wartet, wird zudem mit Termin-Engpässen bei den Installationsbetrieben konfrontiert”, erklärte Strobel.

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